Brücken Bauen in Freckenhorst

Die Ostertagung dieses Jahr begann zum ersten Mal erst am Donnerstag, davor begann sie immer schon mittwochs. Dadurch gab es am ersten Abend deutlich mehr Programm: anstatt nur einen gemütlichen Kennenlernabend zu haben, ging es danach um 22 Uhr weiter mit einer selbstgestalteten Gründonnerstagsandacht, die in der Kapelle mi t dem Start der Anbetung endete. Für die Anbetung hängt abends immer eine Liste aus, auf der man sich für Zeitslots von jeweils einer Stunde über die ganze Nacht verteilt eintragen kann. Ziel war dabei eigentlich immer, dass die ganze Nacht über jemand in der Kapelle wacht. Zu unserem Erstaunen wurde die Liste auch dieses Jahr wieder voll, obwohl am ersten Abend gerade einmal 18 Leute da waren. Das ist manchmal der Vorteil an kleineren Gruppen: jeder zieht mit und ruht sich nicht darauf aus, dass es schon andere geben wird, die Aufgaben übernehmen.

Nach dem vollen ersten Abend ging es am Freitag relativ entspannt weiter mit der Einführung in die Thematik, bei der vier Leute Stationen zu verschiedenen möglichen Aspekten des Themas „Brücken bauen“ vorbereitet hatten. Diese Stationen machen immer viel Spaß und sind super, um schonmal eine grobe Vorstellung für das Tagungsthema zu bekommen. Außerdem wird die Gruppe dabei gut durchmischt, was dieses Jahr besonders wichtig war, da wir viele neue Teilnehmende hatten. So sind 5 Jugendliche aus Uder dieses Jahr das erste Mal nach Freckenhorst gefahren. Das hat mich besonders gefreut, da ich quasi mit ihnen groß geworden bin und jetzt endlich mal eine Ostertagung mit ihnen zusammen verbringen konnte. Außerdem gab es noch 3 neue Teilnehmende, die von anderen mitgebracht wurden und vorher noch nichts mit der Ermlandfamilie zu tun hatten. Das hat mich besonders gefreut, vor allem zu sehen, dass die Tagung auch externen Leuten gut gefällt. Ich selbst hatte eine Freundin aus Bayreuth mitgenommen und war richtig froh, dass ich mich getraut habe, sie zu fragen, ob sie mitkommen möchte. Ich habe auf jeden Fall vor, jetzt öfter mal Leute zu fragen, ob sie mitkommen wollen.

Ein wirkliches Highlight der Ostertagung war das Hauptreferat am Samstag. Als Referentin hatten wir Hanna Teschner eingeladen, die selbst ehemaliges GJE-Mitglied ist. Sie arbeitet schon sehr lange in der Friedensarbeit und war in diesem Kontext schon in vielen Ländern unterwegs. Das Hauptreferat hatte einen besonderen Fokus auf Palästina und die Arbeit von ihr und ihren Partnerorganisationen vor Ort. Im ersten Teil des Referats haben wir darüber geredet, was für Ziele Friedensarbeit haben kann und welche Methoden es gibt, um diese zu verfolgen. Im zweiten Teil haben wir uns damit beschäftigt, was gute BrückenbauerInnen im Kontext der Friedensarbeit ausmacht. Besonders berührend war es, als wir ein Video über die Projekte der verschiedenen Partnerorganisationen in Palestina geschaut haben, in dem BrückenbauerInnen und ihre Projekte vorgestellt haben. Es war beeindruckend zu sehen, wie viel Lebensenergie die Projekte den Kindern geben und wie sehr die Kinder sich zum Beispiel über die Sportart, die sie im Projekt machen, selbst finden und identifizieren.

Besonders viel Spaß hat mir dieses Jahr auch die Ermilympiade gemacht, bei der wir in mehreren Gruppen in verschiedenen Spielen gegeneinander angetreten sind. Ein Spiel war zum Beispiel, dass wir ca. 20 Lieder anhand ihrer Bridge erkennen sollten. Außerdem gab es ein quizz, bei der man sich seinen Buzzer (einen speziellen Turm aus Jenga-Steinen) immer erst bauen musste. Dieses Spiel hatte auf jeden Fall auch Konfliktpotential und ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sehr sich Ermis in Spiele hineinsteigern können. Das gehört aber auf jeden Fall auch zu einer Ostertagung dazu!

Viel Spielspaß gab es auch am bunten Abend, für den sich Justus und Miriam wirklich tolle Spiele überlegt hatten. An dieser Stelle ein großes Lob an die beiden, dass ihre erste Tanzabendmoderation so ein voller Erfolg war. Mein Lieblingsspiel des Abends war, als alle Teams ein/e KandidatIn nach vorne geschickt haben und sich dann gegenseitig darin überbieten mussten, inwiefern die Person eine gewisse Aufgabe erfüllen kann. Dazu gehörte zum Beispiel, Gegenstände an Gedichten zu erkennen oder eine Plankchallenge in feiner Kleidung.

Dass man als VorständlerIn auch persönliche Konflikte hat während einer Ostertagung wissen wahrscheinlich die meisten, die auch schonmal im Vorstand waren. Irgendwie gibt es immer mehr als genug zu organisieren, vor allem, wenn man zusätzlich zur Vorstandsarbeit dann auch noch Arbeitskreise leitet und voll in einem der Teams Freizeit, Liturgie und Thematik mit eingespannt ist. Dann läuft natürlich auch nicht immer alles perfekt, aber das gute an der GJE ist, dass man immer wieder gut aufgefangen wird, wenn man mal nicht so zufrieden mit sich selbst ist.

Es macht echt die GJE aus, dass man am Ende immer voller Euphorie gefüllt nach Hause fährt und natürlich soo viele tolle Erlebnisse und Begegnungen mitnimmt, dass sie gar nicht alle in einen Bericht passen!

Marta Lethen

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