
Nach einigen Wochen Semesterferien, in denen ich mich mal gelangweilt hatte, mal aber auch viel zu tun hatte, nahte die Nordtagung, eine einmalig organisierte Tagung von Leonie und Christian in Leonies Heimat, der Lüneburger Heide.
In den zwei Wochen vor der Tagung war ich gut beschäftigt mit einer Uniabgabe und fühlte mich danach fast zu ko, um auf eine GJE-Tagung zu fahren.
Ich hatte mich aber angemeldet, also musste ich dem ganzen eine Chance geben. Schon die Hinfahrt war es eigentlich wert, sich angemeldet zu haben.
Justus und ich sind mit dem Zug nach Münster gefahren, wo wir von Ricarda mit ihrem Auto und mit dabei Valeria und Veronika empfangen wurden. Bevor wir wirklich losfahren konnten, mussten wir noch zu einem Paketshop fahren, da Ricarda noch ein wichtiges Paket für ihre Arbeit erwartete. Doch das dort angekommene Paket war zu ihrer Enttäuschung nicht das erwartete, sondern ein Geschenk für eine Freundin. Zum Glück gab es an der Paketstation einen Rewe und Justus nutzte natürlich die Gelegenheit, ein paar Snacks zu kaufen. Veronika hatte sich gewünscht, dass Justus besondere Chips kauft und dies nahm Justus natürlich sehr ernst. So kaufte er Apfelchips, was wir alle sehr lustig fanden.
Ein weiterer guter Zufall ergab sich dadurch, dass wir alle nochmal auf die Toilette mussten und deshalb nochmal zurück zu Ricarda nach Hause gefahren sind. Als wir an ihrer Haustür ankamen, sahen wir ein riesiges Paket. Das, was Ricarda eigentlich an der Paketstation erwartet hatte. Dieses Paket mit wertvollem Inhalt konnte so gut in Sicherheit gebracht werden und musste nicht das ganze Wochenende vor Ricardas Haustür verweilen.
Jetzt konnte die Fahrt endlich richtig losgehen! Wir fuhren alle gut gelaunt und bei bester Unterhaltung und Musik. So konnten uns selbst die vielen Staus unterwegs nichts ausmachen. Außerdem hatte Ricarda netterweise im Vorhinein schon Snacks im Auto verteilt, um uns in gute Stimmung zu versetzen. Diese und die Snacks, die Justus bei Rewe gekauft hatte, konnten wir wirklich gut gebrauchen, weil wir alle nicht richtig daran gedacht hatten, uns Abendessen mitzunehmen.
Als wir näher auf das Gebiet der Heide zusteuerten, merkten wir, dass wir uns schon auf der Autobahn mehrmals in größeren Funklöchern befanden.
Als dann selbst das Navi nur noch einen Wald ohne Wege angezeigt hat, wussten wir, dass wir bald ankommen werden. Nun ging es weiter mit einer gezeichneten Beschreibung von Leonie, die wir zum Glück gut verstanden haben. Um halb elf waren wir endlich angekommen und freuten uns auf das warme Tagungshaus – doch zu unserer Enttäuschung wurde uns direkt bei der Begrüßung berichtet, dass die Heizung nicht funktioniert! Es war wohl auch schon ein Installateur da, woraufhin die Heizung ganze zehn Minuten lang funktionierte, bis sie wieder den Geist aufgab. Die Reste vom Abendessen verhalfen uns zumindest zu genug Wärme für die Nacht – als wir am nächsten Morgen in ein Lokal gegangen sind, um zu Frühstücken, waren wir alle froh über den warmen geheizten Raum.
Draußen war es zwar relativ kalt, doch der Tag sorgte mit viel Bewegung dafür, dass unsere Kreisläufe ordentlich in Schwung kamen. Nach dem Frühstück ging es zu Leonies Mutter, Claudia Mertens, in den Garten. Eigentlich ist Garten hier das falsche Wort, besser sollte man von einem Wildkräuterparadies, oder wie wir am Nachmittag noch selber erlebten, von einem Outdoor-Teestübchen reden. Claudia gab uns eine tolle Führung durch die Welt ihrer Wildkräuter – wir sind auf eine richtige Sinnesreise gegangen, in der von Fühlen, Riechen, Schmecken und Staunen alles dabei war.
In der Mittagspause kochten wir mit dem wenigen vorhandenen Kochequipment Nudeln mit Linsenbolognese, was dafür ziemlich gut funktionierte. Auch die Sonne ließ sich in der Pause blicken, was wir für eine Runde Wikingerschach oder ein entspanntes Nickerchen auf einer Decke nutzten.
Danach ging es weiter mit einer Heiderallye, schließlich mussten wir die Heide ja auch erkunden, wenn wir schon mal in eine so abgelegene Region gereist waren. Bei dem guten Wetter erstrahlte das Dorf Wilsede in voller Schönheit. Die Häuser sind größtenteils aus rotem Backstein gebaut und mit Reetdächern gedeckt. Außerdem waren am Tag der deutschen Einheit viele Touris auf Fahrrädern oder mit Pferdekutschen unterwegs, für eine Autofahrt braucht man in Wilsede nämlich eine Sondergenehmigung.
Umgeben ist Wilsede von einer wunderschönen Heidelandschaft mit Heidschnucken (Heidenschäfchen), die auf den Feldern weiden. Bei der Rallye bekamen wir die Gelegenheit, diese Landschaft zu erkunden und gleichzeitig interessante Sachen zu lernen. Nach der Wanderung erfreuten wir uns alle über eine Kanne Tee oder Tasse Kaffee mit einem Stück Kuchen und suchten uns ein nettes Plätzchen in Claudias Teegarten, was nur wärmstens zu empfehlen ist, sollte man mal in der Region sein.
Den Abend ließen wir am Lagerfeuer ausklingen. Am nächsten Tag ging es weiter mit einem Planspiel, in dem wir in mehreren Gruppen verschiedene Perspektiven auf die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland erarbeiteten. Am Nachmittag hatten wir außerdem einen sehr interessanten Vortrag, gehalten von Leonies Vater, der selber bei dem Naturschutzverein für die Lüneburger Heide arbeitet. Es war richtig spannend, die Einblicke aus erster Hand zu bekommen und seine Begeisterung für die Heide als Naturschutzgebiet mitzuerleben.
Nach einem Restaurantbesuch am Abend machte Leonie mit einigen von uns eine Nachtwanderung zum Wilseder Berg. Dieser Berg ist zwar eigentlich nicht viel höher als ein Hügel, dennoch kann man von dort aus sogar die Lichter der Stadt Hamburg in weiter Ferne erkennen. Als sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten war es wirklich magisch, die Silhouetten der Heidepflanzen links und rechts neben dem Weg zu sehen. Auch die Wolken lieferten ein richtig schönes Spektakel, ein wirklich schöner Abschlussabend für die Tagung.
Insgesamt war die Nordtagung wirklich eine besonders gelungene Tagung und gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Wie schade, dass diese Tagung nur eine einmalige Gelegenheit war! Doch vielleicht macht auch gerade das die Tagung so besonders.
Nach einigen Wochen Semesterferien, in denen ich mich mal gelangweilt hatte, mal aber auch viel zu tun hatte, nahte die Nordtagung, eine einmalig organisierte Tagung von Leonie und Christian in Leonies Heimat, der Lüneburger Heide.
In den zwei Wochen vor der Tagung war ich gut beschäftigt mit einer Uniabgabe und fühlte mich danach fast zu ko, um auf eine GJE-Tagung zu fahren.
Ich hatte mich aber angemeldet, also musste ich dem ganzen eine Chance geben. Schon die Hinfahrt war es eigentlich wert, sich angemeldet zu haben.


Justus und ich sind mit dem Zug nach Münster gefahren, wo wir von Ricarda mit ihrem Auto und mit dabei Valeria und Veronika empfangen wurden. Bevor wir wirklich losfahren konnten, mussten wir noch zu einem Paketshop fahren, da Ricarda noch ein wichtiges Paket für ihre Arbeit erwartete. Doch das dort angekommene Paket war zu ihrer Enttäuschung nicht das erwartete, sondern ein Geschenk für eine Freundin. Zum Glück gab es an der Paketstation einen Rewe und Justus nutzte natürlich die Gelegenheit, ein paar Snacks zu kaufen. Veronika hatte sich gewünscht, dass Justus besondere Chips kauft und dies nahm Justus natürlich sehr ernst. So kaufte er Apfelchips, was wir alle sehr lustig fanden.
Ein weiterer guter Zufall ergab sich dadurch, dass wir alle nochmal auf die Toilette mussten und deshalb nochmal zurück zu Ricarda nach Hause gefahren sind. Als wir an ihrer Haustür ankamen, sahen wir ein riesiges Paket. Das, was Ricarda eigentlich an der Paketstation erwartet hatte. Dieses Paket mit wertvollem Inhalt konnte so gut in Sicherheit gebracht werden und musste nicht das ganze Wochenende vor Ricardas Haustür verweilen.
Jetzt konnte die Fahrt endlich richtig losgehen! Wir fuhren alle gut gelaunt und bei bester Unterhaltung und Musik. So konnten uns selbst die vielen Staus unterwegs nichts ausmachen. Außerdem hatte Ricarda netterweise im Vorhinein schon Snacks im Auto verteilt, um uns in gute Stimmung zu versetzen. Diese und die Snacks, die Justus bei Rewe gekauft hatte, konnten wir wirklich gut gebrauchen, weil wir alle nicht richtig daran gedacht hatten, uns Abendessen mitzunehmen.
Als wir näher auf das Gebiet der Heide zusteuerten, merkten wir, dass wir uns schon auf der Autobahn mehrmals in größeren Funklöchern befanden.
Als dann selbst das Navi nur noch einen Wald ohne Wege angezeigt hat, wussten wir, dass wir bald ankommen werden. Nun ging es weiter mit einer gezeichneten Beschreibung von Leonie, die wir zum Glück gut verstanden haben. Um halb elf waren wir endlich angekommen und freuten uns auf das warme Tagungshaus – doch zu unserer Enttäuschung wurde uns direkt bei der Begrüßung berichtet, dass die Heizung nicht funktioniert! Es war wohl auch schon ein Installateur da, woraufhin die Heizung ganze zehn Minuten lang funktionierte, bis sie wieder den Geist aufgab. Die Reste vom Abendessen verhalfen uns zumindest zu genug Wärme für die Nacht – als wir am nächsten Morgen in ein Lokal gegangen sind, um zu Frühstücken, waren wir alle froh über den warmen geheizten Raum.
Draußen war es zwar relativ kalt, doch der Tag sorgte mit viel Bewegung dafür, dass unsere Kreisläufe ordentlich in Schwung kamen. Nach dem Frühstück ging es zu Leonies Mutter, Claudia Mertens, in den Garten. Eigentlich ist Garten hier das falsche Wort, besser sollte man von einem Wildkräuterparadies, oder wie wir am Nachmittag noch selber erlebten, von einem Outdoor-Teestübchen reden. Claudia gab uns eine tolle Führung durch die Welt ihrer Wildkräuter – wir sind auf eine richtige Sinnesreise gegangen, in der von Fühlen, Riechen, Schmecken und Staunen alles dabei war.
In der Mittagspause kochten wir mit dem wenigen vorhandenen Kochequipment Nudeln mit Linsenbolognese, was dafür ziemlich gut funktionierte. Auch die Sonne ließ sich in der Pause blicken, was wir für eine Runde Wikingerschach oder ein entspanntes Nickerchen auf einer Decke nutzten.
Danach ging es weiter mit einer Heiderallye, schließlich mussten wir die Heide ja auch erkunden, wenn wir schon mal in eine so abgelegene Region gereist waren. Bei dem guten Wetter erstrahlte das Dorf Wilsede in voller Schönheit. Die Häuser sind größtenteils aus rotem Backstein gebaut und mit Reetdächern gedeckt. Außerdem waren am Tag der deutschen Einheit viele Touris auf Fahrrädern oder mit Pferdekutschen unterwegs, für eine Autofahrt braucht man in Wilsede nämlich eine Sondergenehmigung.
Umgeben ist Wilsede von einer wunderschönen Heidelandschaft mit Heidschnucken (Heidenschäfchen), die auf den Feldern weiden. Bei der Rallye bekamen wir die Gelegenheit, diese Landschaft zu erkunden und gleichzeitig interessante Sachen zu lernen. Nach der Wanderung erfreuten wir uns alle über eine Kanne Tee oder Tasse Kaffee mit einem Stück Kuchen und suchten uns ein nettes Plätzchen in Claudias Teegarten, was nur wärmstens zu empfehlen ist, sollte man mal in der Region sein.
Den Abend ließen wir am Lagerfeuer ausklingen. Am nächsten Tag ging es weiter mit einem Planspiel, in dem wir in mehreren Gruppen verschiedene Perspektiven auf die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland erarbeiteten. Am Nachmittag hatten wir außerdem einen sehr interessanten Vortrag, gehalten von Leonies Vater, der selber bei dem Naturschutzverein für die Lüneburger Heide arbeitet. Es war richtig spannend, die Einblicke aus erster Hand zu bekommen und seine Begeisterung für die Heide als Naturschutzgebiet mitzuerleben.
Nach einem Restaurantbesuch am Abend machte Leonie mit einigen von uns eine Nachtwanderung zum Wilseder Berg. Dieser Berg ist zwar eigentlich nicht viel höher als ein Hügel, dennoch kann man von dort aus sogar die Lichter der Stadt Hamburg in weiter Ferne erkennen. Als sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten war es wirklich magisch, die Silhouetten der Heidepflanzen links und rechts neben dem Weg zu sehen. Auch die Wolken lieferten ein richtig schönes Spektakel, ein wirklich schöner Abschlussabend für die Tagung.
Insgesamt war die Nordtagung wirklich eine besonders gelungene Tagung und gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Wie schade, dass diese Tagung nur eine einmalige Gelegenheit war! Doch vielleicht macht auch gerade das die Tagung so besonders.
Marta



