Die Marienburg rief uns im Juli 2023 ein letztes Mal zu sich, denn Ende des Jahres wird unser bereits vor vielen Jahrzehnten lieb gewonnenes Tagungshaus vom Bistum Trier geschlossen. Nach unseren Recherchen fand die erste GJE-Tagung auf der Marienburg bereits 1958 statt.
Thematisch durften wir uns voll und ganz der Marienburg selbst widmen. Am Freitag gab uns Judith Teschner eine Einführung in die Jahrtausende alte Geschichte des Ortes Zell an der Mosel, auf dessen Gebiet die Marienburg steht. Bereits die Kelten weilten hier und Pünderich, der Ort, auf den man direkt vom Tagungshaus hinabschaut, sollte wohl lieber in „Plünder mich“ umgetauft werden, da es Zeiten gab, in denen der staatlich anerkannte Erholungsort immer wieder von Raubzügen heimgesucht wurde.
Samstagvormittag gingen wir mit Moselexperte Walter auf Wanderschaft. Gemeinsam begutachteten wir das 786m lange Pündericher Hangviadukt, das wir insgeheim noch immer als Strecke des Hogwarts Expresses vermuten, besuchten Alf (ein Örtchen, das zur Verbandsgemeinde Zell gehört), tranken in einer Hütte ein Gläschen Moselwein und bestiegen schließlich ausnahmsweise auch mal tagsüber den Aussichtsturm auf dem Prinzenkopf, der uns bei Tageslicht von oben ganz neue Ecken der Moselschleife entdecken ließ.
Trotz mäßigem Wetter ließen es sich eine Handvoll GJEler nicht nehmen am Nachmittag in die Mosel zu springen. Getreu des Tagungsthemas „Auf zu neuen Ufern“ schwammen diese Teilnehmer sogar bis zur anderen Uferseite, kamen glücklicherweise aber auch wieder rechtzeitig vor dem Kaffeetrinken zurück, sodass wir die Tagung in voller Besetzung fortsetzen konnten.
Valeria Lange und Katrin Rätz führten uns nach dem sportlichen Wiederaufstieg zum Tagungshaus in Arbeitskreisen in den Weinbau an der Mosel bzw. den Schiffsverkehr auf der Mosel ein.
Am Abend feierten wir gemeinsam mit unserem Geistlichen Beirat, Sebastian Peifer, eine schöne Heilige Messe und hatten schließlich noch einen letzten Grillabend auf unserer geliebten MaBu.
Am Sonntag hieß es dann endgültig „Nehmt Abschied Ermis“ und wir machten uns auf zu neuen Ufern und aßen in Bullay (auf der anderen Moselseite!) erst einmal ein Eis. Danach zog es uns für eine Mütze Schlaf aber doch nach Hause.
Im kommenden Jahr werden wir an einem neuen, bisher unbekannten Ufer ankommen, denn ein Tagungsort für die nächste Sommertagung der GJE steht noch nicht fest, aber wir sind gewiss, dass etwas Gutes kommen wird und die Marienburg werden wir nach einem gelungenen Abschied in unseren Herzen behalten. Und wer weiß: Vielleicht tagen wir im nächsten Jahr auf dem Campingplatz in Pünderich und schauen in ganz neuen Perspektiven von unten auf die Marienburg. Wir wünschen Dir eine gute Reise, liebe MaBu!
Olivia Teschner