Schon auf der Führungskreistagung 2019/2020 stand fest, dass dies die letzte Tagung in Hardehausen ist und wir ab 2020 in einem neuen Tagungshaus in Oberursel sein würden. Also hieß es, Abschied von Hardehausen zu nehmen und die langjährigen Traditionen ein letztes Mal in vollen Zügen zu genießen.
Meiner Vorfreude auf das neue Tagungshaus begegnete ich mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite war ich ziemlich traurig, dass jahrzehntelange Traditionen der GJE in Hardehausen enden würden, insbesondere das jährliche Volleyballspiel gegen die junge Grafschaft. Ich bin mir sehr sicher, dass wir dieses Jahr den Sieg wieder ins Ermland getragen hätten! Auf der anderen Seite war ich mir aber auch sicher, dass ein „Neubeginn“ in einem neuen Tagungshaus auch seine guten Seiten hat, wie zum Beispiel die Einführung neuer Traditionen, die bestimmt genauso schön geworden wären wie die alten. Aber letztlich macht für mich nicht nur das Tagungshaus und die Traditionen den Reiz der Führungskreistagung aus, sondern vor allem auch die Begegnung mit den anderen GJE-lern.
Leider zeichnete sich schon im Herbst ab, dass eine Präsenztagung im neuen Haus aufgrund des „Dauerbrenners“ dieses Jahr nicht stattfinden kann. Also wurde die Führungskreistagung dieses Jahr als Onlineformat über die Plattform Zoom organisiert. In Erinnerung sowohl an Hardehausen als auch an Oberursel wurde die Tagung liebevoll „Online-Harde-Ursel“ genannt.
Der Umgang mit Zoom war für die meisten Teilnehmer bekannt, sodass es zumindest nur wenige technische Probleme gab. Auch für die Diskussionen im Plenum waren die Unterschiede zu einer Präsenztagung marginal. Die Diskussionen waren im Onlineformat genauso aufregend und spannend wie jedes Jahr. Vielleicht war es für die Diskussionsleiter sogar angenehmer, die Diskussionen zu führen, weil deutlich weniger dazwischengeredet wurde und durch den Chatverlauf genau bestimmt werden konnte, wer als nächstes zu Wort kommen darf.
Allerdings waren die negativen Seiten der Onlinetagung deutlich zu spüren: Die Gespräche mit den Sitznachbarn zwischendurch, während der Pausen oder am Abend nach dem Programm waren leider nicht so intensiv wie sonst und man musste die ganze Zeit vor dem Bildschirm sitzen, um mit den anderen im Gespräch zu bleiben, was auf Dauer sehr anstrengend ist.
In Anbetracht der Umstände war es dennoch eine sehr schöne und produktive Führungskreistagung und ich hoffe, dass wir unsere Pläne, die kommenden Tagungen in Präsenzform zu veranstalten, auch tatsächlich umsetzen können.
Patrick Gumbiowski