Die Omnipräsenz der Ermländer

Schon häufig habe ich im Gespräch mit Schul- oder Studienfreunden festgestellt, dass sich ihre Kontakte fast ausschließlich auf den Heimatort oder die Stadt des Studiums begrenzen. Diese Vorstellung war für mich immer etwas schwer zu begreifen, da ich doch mit der weit verstreuten Ermlandfamilie aufwuchs, wo klar war, dass man sich kaum für einen Nachmittag auf einen Kaffee treffen kann, sondern sich die Wiedersehen auf wenige Tagungen im Jahr beschränken, aber dafür umso ausführlicher genossen wurden. Auch heute geht es mir noch so, dass die GJE-ler mir deutlich näherstehen als so mancher Freund, den ich wöchentlich sehe. Deshalb bin ich gerne bereit, mich regelmäßig 5 bis 6 Stunden in den Zug zu setzen, um eine dicke Ermi-Umarmung zu erhalten. Allerdings hieß dies in den letzten Wochen, besonders durch den Ausfall der Ostertagung, einen riesigen Verlust. Da habe ich mir auch schon gedacht, wie schön es wäre, mit seinen Bekannten in einem schönen ermländischen Dorf (#BasienGang) zusammensitzen zu können. Aber so war die Kommunikation leider doch auf Internet, Telefon und Postkarten beschränkt. Trotz der ganzen jetzigen Einschränkungen freue ich mich schon sehr darauf, nach gelockerten Regularien wieder in überfüllte Züge zu steigen und eine Tour quer durch Deutschland zu machen, um Ermis heimzusuchen … äh … zu besuchen! Also macht euch gefasst auf einen Tanzabend in Fulda, eine Weinverkostung in Wackernheim, eine Karaoke-Party in Herford, Wandern in der sächsischen Schweiz, Rodeln im Bayrischen Wald, einen Rheinspaziergang in Germersheim, Karneval in Köln, einen Spieleabend in Bad Berka und so vieles mehr! Wer fährt mit?

Rosa Maria Lange

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